Afrikanischer Pflaumenbaum (Pygeum africanum, Prunus africana)

Der afrikanische Pflaumenbaum (Pygeum africanum, auch Prunus africana genannt) hat eine lange Tradition in der Pflanzenheilkunde. In Europa wird sein Extrakt seit Jahrzehnten als zugelassenes Mittel gegen benigne Prostatahyperplasie (BPH) eingesetzt. Neuere Forschungen deuten jedoch darauf hin, dass Pygeum nicht nur die Prostata unterstützt, sondern auch andere gesundheitliche Vorteile bietet, wie Krebsprävention, Neuroprotektion, Immunregulation und gesundes Altern.

1. Gesundheit der Prostata

Pygeum ist vor allem für die Linderung der Harnwegssymptome bei benigner Prostatahyperplasie (BPH) bekannt, einer häufigen Erkrankung, bei der eine vergrößerte Prostata den Harnfluss blockiert. In mehreren europäischen Ländern wird Pygeum-Extrakt häufig zur Behandlung leichter Fälle von BPH eingesetzt. Aufgrund seines besseren Sicherheitsprofils und seiner besseren Verträglichkeit wird es häufig Arzneimitteln vorgezogen. Die therapeutische Wirkung von Pygeum wird hauptsächlich seiner antiandrogenen Wirkung zugeschrieben. Pygeum enthält bioaktive Verbindungen, die an Androgenrezeptoren im Prostatagewebe binden und diese besetzen. Dadurch wird verhindert, dass überschüssige Androgene wie Dihydrotestosteron (DHT) das Prostatawachstum überstimulieren (Abbildung 1). Eine Metaanalyse von sechs klinischen Studien bestätigte die Wirksamkeit von Pygeum: Patienten mit BPH, die damit behandelt wurden, zeigten einen verbesserten Harnfluss und ein geringeres Restblasenvolumen im Vergleich zu Patienten, die mit Placebo behandelt wurden. Diese Ergebnisse unterstreichen daher den Wert von Pygeum zur Erhaltung der Prostatagesundheit und zur Behandlung von BPH.

Abbildung 1. Die Signalübertragung über den Androgenrezeptor fördert das Wachstum des Prostatagewebes. Testosteron wird in seine aktivere Form, Dihydrotestosteron (DHT), umgewandelt, das an den Androgenrezeptor bindet und ihn aktiviert. Nach der Aktivierung dringt der Rezeptor in den Zellkern ein und aktiviert Gene, die das Überleben und die Vermehrung der Zellen fördern. Quelle: Miller et al. (2023), Frontiers in Oncology.

2. Antikrebspotenzial

Neuere Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Pygeum auch krebshemmende Eigenschaften besitzt, insbesondere gegen Prostatakrebs. Diese Wirkungen werden hauptsächlich den bioaktiven Verbindungen Atrarsäure und N-Butylbenzolsulfonamid zugeschrieben, die die Androgenrezeptoren auf Prostatazellen blockieren können. Infolgedessen kann der Prostatatumor die für sein Wachstum erforderlichen Androgensignale nicht empfangen. Präklinische Studien haben gezeigt, dass Pygeum-Extrakt die Häufigkeit von Prostatakrebs in Tiermodellen nahezu halbieren kann: Nur 35 % der mit Pygeum behandelten Mäuse entwickelten Krebs, verglichen mit 63 % der unbehandelten Mäuse. Neben der Androgenblockade hat sich Pygeum auch gezeigt, dass es apoptotischen Zelltod bei anderen Krebsarten induziert, darunter Leberkrebs, Dickdarmkrebs, Brustkrebs und sogar multiresistente Krebszellen (Abbildung 2). Diese Erkenntnisse unterstreichen den vielversprechenden Einsatz von Pygeum als Ergänzung zur konventionellen Krebstherapie, selbst in schwer zu behandelnden Fällen mit Chemotherapieresistenz.

Abbildung 2. Mikroskopische Fluoreszenzbilder, die zeigen, wie Pygeum-Extrakt (A) normale vs. (B) Leberkrebszellen beeinflusst. Die grün gefärbten Zellen sind gesund (L für live), während die gelben und orangefarbenen im Prozess des Absterbens durch Apoptose sind (A für Apoptose; EA für frühe Apoptose). Die Behandlung mit Pygeum-Extrakt führte zum Absterben von mehr Krebszellen durch Apoptose (rechts), während gesunde Zellen weitgehend unbeeinflusst blieben (links). Maßstab = 100 µm. Quelle: Maiyo et al. (2016), African Journal of Traditional, Complementary and Alternative Medicines.

3. Neuroprotektion und kognitive Gesundheit

Kürzlich entdeckten Wissenschaftler, dass Pygeum-Extrakt auch neuroprotektive Wirkungen hat. Eine Studie aus dem Jahr 2022 ergab, dass Mäuse mit kognitiven Beeinträchtigungen nach der Behandlung mit Pygeum-Extrakt signifikante Verbesserungen ihrer kognitiven Funktionen zeigten. Ihre Leistung war vergleichbar mit der von Mäusen, die Donepezil, ein Standardmedikament gegen Alzheimer, erhielten. Mechanistische Analysen zeigten, dass pygeum besitzt eine Anti-Cholinesterase-Aktivität, die das Enzym Cholinesterase hemmt. Dieses Enzym baut Acetylcholin ab, einen Neurotransmitter, der für kognitive Funktionen entscheidend ist. Daher stellen Anti-Cholinesterase-Medikamente wie Donepezil die pharmakologische Erstlinienbehandlung bei Alzheimer dar. Weitere Erkenntnisse deuten darauf hin, dass pygeum kann Neuroinflammation und oxidativen Stress im Hirngewebe reduzieren, die ebenfalls bekanntermaßen zur Neurodegeneration beitragen.

4. Antioxidans und entzündungshemmend

Die antioxidativen, entzündungshemmenden und immunmodulatorischen Eigenschaften von Pygeum machen es zu einem vielseitigen Pflanzenextrakt für die allgemeine Gesundheit. Untersuchungen zeigen, dass Pygeum-Extrakt neutralisiert freie Radikale, um oxidativen Stress zu reduzieren, und reduziert entzündliche Zytokine, um Immunreaktionen zu modulieren. Dies trägt zu seiner schützenden Wirkung gegen verschiedene chronische Entzündungskrankheiten bei, darunter BPH, Krebs und neurodegenerative Erkrankungen. Eine neuere Studie zeigte, dass Pygeum-Extrakt die Sekretion entzündungsfördernder Zytokine aus den von Blutspendern isolierten Immunzellen verringern konnte. Insgesamt unterstreichen diese Ergebnisse die Fähigkeit von Pygeum, die systemische Entzündungsbelastung, einen Hauptfaktor für biologische Alterung und chronische Erkrankungen, zu mildern.