Convolvulus arvensis, allgemein bekannt als Ackerwinde, ist ein traditionelles eurasisches Kraut, das traditionell zur Linderung von Verdauungs-, Haut- und Gelenkbeschwerden eingesetzt wird. In den letzten Jahren hat das wachsende wissenschaftliche Interesse die starken krebshemmenden, antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften dieser Pflanze aufgedeckt, die größtenteils auf den hohen Gehalt an Proteoglykanen (PGM) in ihren Extrakten zurückzuführen sind.
1. Angiogenese und Krebsbekämpfung
Eine der am besten erforschten Eigenschaften von C. arvensis ist seine Fähigkeit, die Angiogenese zu hemmen, also die Bildung neuer Blutgefäße, die Tumore zur Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen benötigen. Diese anti-angiogene Aktivität wird hauptsächlich dem hohen PGM-Gehalt der Pflanze zugeschrieben, der in präklinischen Modellen eine starke krebshemmende Wirkung gezeigt hat. So zeigte beispielsweise eine entscheidende Studie aus dem Jahr 2001, dass die Behandlung von Knochenkrebs bei Mäusen mit C. arvensis-Extrakt – ob oral oder per Injektion – die Tumorgröße um 70 % reduzierte, indem die Bildung neuer Blutgefäße blockiert wurde, die der Tumor zum Überleben und Wachsen benötigt. Nachfolgende Studien weiteten diese Erkenntnisse auf andere Krebsarten aus, darunter Brust-, Prostata-, Nieren-, Magen- und Gebärmutterhalskrebs, die alle über denselben Angiogenese-Hemmmechanismus eine Empfindlichkeit gegenüber C. arvensis zeigten. Da die meisten Tumore für Wachstum und Ausbreitung auf Angiogenese angewiesen sind, ist C. arvensis eine vielversprechende Pflanze für die ergänzende Krebsbehandlung.
2. Starke antioxidative Wirkung
Jüngste Forschungen haben ergeben, dass C. arvensis auch starke antioxidative Eigenschaften aufweist, die Zellen vor oxidativen Schäden schützen, einer bekannten Ursache für Alterung und chronische Krankheiten. So ergab eine Studie aus dem Jahr 2022, dass C. arvensis-Extrakte oxidativen Stress mildern, indem sie in einem als Metallchelat bezeichneten Prozess überschüssige Metallionen binden und neutralisieren. Überschüssige Metallionen katalysieren bekanntermaßen die Bildung hochreaktiver freier Radikale, die DNA, Proteine und Lipide von Zellen schädigen und so zu Entzündungen und Zellfunktionsstörungen führen können. Durch die Chelatisierung dieser überschüssigen Metalle hilft C. arvensis, oxidativen Stress an seiner Wurzel zu bekämpfen. Diese Erkenntnisse legen nahe, dass die starke antioxidative Wirkung von C. arvensis breite Anwendung bei Erkrankungen finden könnte, bei denen oxidativer Stress eine zentrale Rolle spielt, darunter Neurodegeneration, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs.
3. Starke entzündungshemmende Wirkung
Zusätzlich zu seiner antioxidativen Aktivität zeigt C. arvensis gut dokumentierte entzündungshemmende Wirkungen. Studien haben gezeigt, dass seine Extrakte das Immunsystem beruhigen können, indem sie die Sekretion von Entzündungsmolekülen wie Zytokinen und Cyclooxygenase (COX-2) unterdrücken. Darüber hinaus ergab eine Studie aus dem Jahr 2024, dass C. arvensis-Extrakte die Denaturierung von Proteinen verhindern können, ein Prozess, der mit verschiedenen entzündlichen Erkrankungen wie Diabetes, rheumatoider Arthritis und Krebs in Verbindung gebracht wird. Insbesondere schützten diese Extrakte Proteine vor Schäden oder Denaturierung durch Hitze, mit einer Wirkung, die mit der von Diclofenac, einem gängigen entzündungshemmenden Medikament, vergleichbar ist (Abbildung 1). Denaturierte Proteine sind hochgradig entzündungsfördernd, da sie toxische Klumpen bilden und Zellfunktionen stören.
Interessanterweise wurde C. arvensis auch in topischem Gel verwendet, um die Symptome von Arthritis (Gelenkentzündung) zu lindern, mit Ergebnissen, die mit denen von Ibuprofen vergleichbar sind. Ähnlich wie Diclofenac ist Ibuprofen ein entzündungshemmendes Medikament, das häufig zur Behandlung von Schmerzen und Entzündungen eingesetzt wird. Insgesamt ist C. arvensis aufgrund seiner Fähigkeit, auf mehrere an Entzündungen, oxidativem Stress und Karzinogenese beteiligte Signalwege einzuwirken, ein überzeugender Kandidat für weitere klinische Forschung und einen potenziellen therapeutischen Einsatz bei chronischen Erkrankungen.

Abbildung 1. Wirksamkeit verschiedener Convolvulusarvensis-Extrakte verhindern die Denaturierung von Proteinen, einem häufigen Entzündungsindikator. Sowohl Methanol- (MeOH) als auch Butanol- (BuOH) Extrakte von C. arvensis reduzieren Entzündungen dosisabhängig. Ihre nanoverkapselten Formen (MeOH-NPs und n-BuOH-NPs) zeigten stärkere entzündungshemmende Effekte und erreichten die Wirksamkeit des Standardmedikaments Diclofenac. Quelle: Osman et al. (2024), BMC Complementary Medicine and Therapies.
