{"id":396,"date":"2014-10-27T17:54:38","date_gmt":"2014-10-27T17:54:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pfeifer-protocol.com\/?p=396"},"modified":"2014-10-27T18:20:03","modified_gmt":"2014-10-27T18:20:03","slug":"bestandsaufnahme-krebserkrankung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pfeifer-protocol.com\/de\/bestandsaufnahme-krebserkrankung\/","title":{"rendered":"Bestandsaufnahme &#8211; Krebserkrankung"},"content":{"rendered":"<p>Krebserkrankungen haben sich im letzten Jahrhundert zu einer Volkskrankheit entwickelt. Global betrachtet, steigen sowohl die Krebsh\u00e4ufigkeit wie auch \u2013 etwas geringer &#8211; die Sterberaten f\u00fcr die meisten Krebsarten. Aus dem \u201eWorld Cancer Report\u201c der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kann entnommen werden, dass die Anzahl der j\u00e4hrlichen Neuerkrankungen an Krebs auf der Erde von jetzt etwa 12 Millionen auf ungef\u00e4hr 15 Millionen im Jahre 2020 ansteigen wird. Man geht davon aus, dass in den Industriel\u00e4ndern heute jeder 2. Mann und jede 3. Frau an Krebs erkrankt. Wenn diese Entwicklung so weiter geht, dann ist anzunehmen, dass in absehbarer Zeit jeder Erdbewohner krebskrank wird. Die krebsbezogene Mortalit\u00e4t f\u00fcr die Weltbev\u00f6lkerung wurde im Jahr 2005 von der WHO auf 7.6 Millionen gesch\u00e4tzt. F\u00fcr die USA w\u00e4ren dies etwa 700.000, f\u00fcr Deutschland knapp 250.000 und f\u00fcr die Schweiz etwa 20.000 Krebstote im letzten Jahr. Es wird erwartet, dass die Mortalit\u00e4tsraten f\u00fcr Krebs weiter ansteigen.<\/p>\n<p>Diese alarmierenden Zahlen sind keineswegs auf einer ungen\u00fcgenden Bereitschaft begr\u00fcndet, Geld f\u00fcr Krebsforschung und Krebsbek\u00e4mpfung auszugeben. So hat sich seit 1971 bis heute z.B. das Jahresbudget des Nationalen Krebsinstitutes der USA um den Faktor 30 erh\u00f6ht, und zwar von 150 Millionen auf 4.6 Milliarden US-Dollar. \u00c4hnliche finanzielle Anstrengungen werden auch von der europ\u00e4ischen Gemeinschaft und anderen L\u00e4ndern unternommen. Gemessen an diesen enormen Ausgaben f\u00fcr die Krebsbek\u00e4mpfung sind die erzielten Erfolge eher sehr klein geblieben.<\/p>\n<p>Aus dieser ern\u00fcchternden Betrachtung l\u00e4sst sich leicht die Bedeutung f\u00fcr den einzelnen Krebspatienten aber auch f\u00fcr die Gesellschaft als Ganzes ableiten. Trotz verbesserter diagnostischer und therapeutischer M\u00f6glichkeiten hat unser modernes Medizinsystem &#8211; die komplement\u00e4re Medizin eingeschlossen &#8211; in Bezug auf die Krebskrankheit bisher versagt. Insbesondere wurde der Einfluss von karzinogenen Stoffen in unserer Umwelt untersch\u00e4tzt und pr\u00e4ventive Ma\u00dfnahmen nicht ausreichend unterst\u00fctzt und ausgesch\u00f6pft, was sicherlich mit f\u00fcr den steten Anstieg der Krebsh\u00e4ufigkeit verantwortlich zu machen ist. Weiterhin sind Fr\u00fchdiagnostik und Therapie nicht gen\u00fcgend verbessert worden und die Nachsorge im Sinne einer Sekund\u00e4rprophylaxe wurde oft g\u00e4nzlich vernachl\u00e4ssigt.<\/p>\n<p>Unsere Hoffnung, mit den st\u00e4ndig verbesserten tumordestruktiven Behandlungsmethoden, wie Chirurgie, Chemo- und Strahlentherapie das Krebsproblem zu besiegen, hat sich f\u00fcr die Haupttumorentit\u00e4ten \u2013 Lungen-, Brust-, Darm- und Prostatakrebs \u2013 in den fortgeschrittenen Stadien nicht erf\u00fcllt. Diese Behandlungsmethoden, auch im Verbund mit den immer h\u00e4ufiger angewendeten komplement\u00e4r-onkologischen Ma\u00dfnahmen, konnten \u00fcber die letzten Jahrzehnte keinen entscheidenden R\u00fcckgang der Krebsmortalit\u00e4t herbeif\u00fchren. In den USA stieg die alterskorrigierte Krebsmortalit\u00e4t von 1970 bis 1995 sogar um etwa 6% an und hat erst in den letzten Jahren ein Plateau erreicht. Nur f\u00fcr M\u00e4nner ergab sich ein geringer R\u00fcckgang der Krebsmortalit\u00e4t um etwa 1%, was wahrscheinlich durch eine Abnahme des Rauchens bedingt ist. In Deutschland und in der Schweiz sind die Verh\u00e4ltnisse \u00e4hnlich. Die Zahl der Neuerkrankungen pro Jahr steigt in beiden L\u00e4ndern weiterhin an, w\u00e4hrend die Zahl der Krebstodesf\u00e4lle in Deutschland gering gesunken und in der Schweiz leicht angestiegen ist. Die von der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland und vom Robert Koch-Institut ver\u00f6ffentlichten Zahlen spiegeln die ern\u00fcchternde Wahrheit in der Krebsmedizin wider, welche auch durch die fast t\u00e4glich in den Medien gepriesenen Erfolge und Durchbr\u00fcche in der Krebsbek\u00e4mpfung nicht abgeschw\u00e4cht wird.<\/p>\n<blockquote><p>Der Gesamteffekt unserer heutigen Krebsmedizin &#8211; konventionell und komplement\u00e4r &#8211; auf die Krebsmortalit\u00e4t kann daher als entt\u00e4uschend gering eingesch\u00e4tzt werden. Offensichtlich ben\u00f6tigt die Krebsmedizin neue Impulse.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ein Umdenken in Bezug auf die Bedeutung pr\u00e4ventiver Ma\u00dfnahmen f\u00fcr die Senkung der Krebsh\u00e4ufigkeit und Sterblichkeit steht dabei an erster Stelle. Insbesondere sollte der Einfluss karzinogener Stoffe in unserer Umwelt neu eingesch\u00e4tzt und die Konzentration solcher Stoffe durch geeignete Ma\u00dfnahmen reduziert werden. Wir m\u00fcssen uns ges\u00fcnder ern\u00e4hren und ern\u00e4hrungsphysiologisches Grundwissen auch im t\u00e4glichen Alltag umsetzen, angefangen von der Babynahrung, \u00fcber die Schulspeisung, Krankenhauskost bis hin zur Ern\u00e4hrung im Altersheim. Ges\u00fcndere Lebensgewohnheiten m\u00fcssen anerzogen werden, insbesondere m\u00fcssen wir eine weitere Reduktion des Alkoholkonsums und des Rauchens erreichen. Mehr Forschungsgelder m\u00fcssen f\u00fcr die allgemeine Krebsprophylaxe ausgegeben werden, auch wenn damit kein Gesch\u00e4ft und auch keine akademische Karriere gemacht werden kann. Weiterhin m\u00fcssen verbesserte Fr\u00fchdiagnostik und effektivere Therapiem\u00f6glichkeiten einer breiteren Masse von Patienten zug\u00e4nglich gemacht und die Krebsnachsorge im Sinne einer gezielten Sekund\u00e4rprophylaxe unter Einbeziehung auch komplement\u00e4r-medizinischer Ma\u00dfnahmen neu orientiert werden.<\/p>\n<p>In der statistischen \u00dcbersicht k\u00f6nnen wir in Europa (Summe der 16 europ\u00e4ischen Krebsregister) mit folgenden Heilungsraten rechnen (Pr\u00e4vention von Krebs \u2013 Aktueller Stand und wirksame Strategien \u2013 Ein UICC-Handbuch f\u00fcr Europa, W. Zuckschwerdt Verlag GmbH, 2006)<\/p>\n<ul>\n<li>90% bei Tumoren des Hodens und einem Gro\u00dfteil der kindlichen Tumore<\/li>\n<li>75% bei Karzinomen der Schilddr\u00fcse, Brust, Endometrium, Zervix und Blase, beim malignen Melanom und dem Hodgkin-Lymphom,<\/li>\n<li>50% bei Karzinomen der Prostata, Kolon\/Rektum, Niere und den Non-Hodgkin-Lymphomen<\/li>\n<li>25% bei Kopf-Hals-Tumoren, Ovarialkarzinom und akuten Leuk\u00e4mien<\/li>\n<li>&lt;5% bei Hirntumoren, Karzinomen von Magen, Lunge, Speiser\u00f6hre, Leber und Pankreas<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zusammengenommen k\u00f6nnen etwa 50% aller Krebspatienten heute geheilt werden; jeder vierte durch chirurgische Eingriffe, jeder achte durch Strahlentherapie, und nur jeder zwanzigste durch Chemotherapie. Dabei ist \u201eHeilung\u201c definiert als das \u00dcberleben von 5 Jahren ohne R\u00fcckfall. Die gegenw\u00e4rtig zur Verf\u00fcgung stehenden Chemotherapeutika k\u00f6nnen zwar bei einigen seltenen Tumorarten wie Lymphomen, Leuk\u00e4mien und Hodentumoren signifikante Therapieerfolge mit Heilungsraten zwischen 60-80% erreichen, haben sich jedoch insgesamt bei den h\u00e4ufigen Krebsarten, wie z.B. den Karzinomen von Dickdarm, Lunge, Brust, Blase, Niere, Magen, Galleng\u00e4nge, Pankreas und den Sarkomen insgesamt nur bedingt bew\u00e4hrt. Patienten im fortgeschrittenen Stadium der Krebserkrankung (etwa die H\u00e4lfte aller Krebspatienten) haben noch weniger Nutzen durch eine Chemotherapie zu erwarten, es sei denn, die palliative oder symptombezogene Chemotherapie tr\u00e4gt zur vor\u00fcbergehenden Verbesserung der Lebensqualit\u00e4t, Kontrolle von tumorbedingten Schmerzen oder anderen Tumorsymptomen bei. Es wurde gesch\u00e4tzt, dass weniger als 2% solcher Patienten noch mit Heilung rechnen k\u00f6nnen und nur etwa 10-20% eine Lebensverl\u00e4ngerung erreichen, die jedoch oft nur in Wochen oder wenigen Monaten gemessen wird.<\/p>\n<p>Unter diesen Vorgaben ist es unerkl\u00e4rlich, dass Krebspatienten auch im weit fortgeschrittenen Stadium mit kurzer Lebenserwartung noch einer zytostatischen Chemotherapie unterzogen werden. Dies geschieht wohl oft aus Ohnmacht und Verzweiflung von Therapeut und Patient gleicherma\u00dfen, in einer solchen Situation noch etwas tun zu wollen. Leider aber auch aus Unwissenheit oder Falschinformation bez\u00fcglich der Wirksamkeitsgrenzen einer zytostatischen Zweit-, Dritt- oder gar Viertlinien-Chemotherapie f\u00fcr eine m\u00f6gliche Lebensverl\u00e4ngerung. Genau so wenig begr\u00fcndet in Bezug auf eine Lebensverl\u00e4ngerung in dieser Situation sind allerdings auch die meisten komplement\u00e4r-onkologischen Behandlungen, denen sich gerade Patienten im Endstadium der Erkrankung immer mehr zuwenden.<\/p>\n<blockquote><p>F\u00fcr die meisten Patienten bringen die tumorzerst\u00f6renden Behandlungen mit Chemo- und Strahlentherapie signifikante Nebenwirkungen, sowohl unmittelbar und oft reversibel (z.B. Haarausfall, Immunsuppression, Schleimhautentz\u00fcndung mit Geschw\u00fcrbildung), wie auch langfristig (z.B. chronische Schw\u00e4che = Fatigue-Syndrom, anhaltende Neuro- oder Kardiotoxizit\u00e4t, wie auch Zweittumoren).<\/p><\/blockquote>\n<p>Aus der Sicht des Krebskranken wird demnach die Suche nach alternativen oder komplement\u00e4ren Behandlungsma\u00dfnahmen leicht verst\u00e4ndlich. Bis zu 80% aller Krebspatienten wenden heute neben konventioneller Therapie auch komplement\u00e4re Behandlungsmethoden an. F\u00fcr diese Orientierung zu Behandlungsma\u00dfnahmen, die jenseits von etablierten, schulmedizinischen Standards praktiziert werden, existieren eine ganze Reihe verschiedener Beweggr\u00fcnde. Der wichtigste Grund scheint die unver\u00e4ndert bestehende existentielle Bedrohung zu sein &#8211; noch immer sterben 50% der Krebspatienten an ihrer Erkrankung und das hat die moderne Schulmedizin \u00fcber Jahrzehnte nicht wesentlich verbessern k\u00f6nnen. Fast jede Familie hat einen Angeh\u00f6rigen mit Krebs oder kennt das Schicksal eines Krebspatienten aus dem Freundeskreis. Das Wort Chemotherapie jagt Schrecken ein und Betroffene kennen das damit verbundene Leiden. Trotzt der Fortschritte in der unterst\u00fctzenden Therapie zur Verminderung von Nebenwirkungen der Chemotherapie wird diese oft schwerwiegender eingesch\u00e4tzt als die Krankheit selbst. Vor diesem Hintergrund ist es verst\u00e4ndlich, dass Patienten und deren Angeh\u00f6rige ganz gezielt nach zus\u00e4tzlichen Behandlungsma\u00dfnahmen suchen mit der Hoffnung die \u00dcberlebenschance zu erh\u00f6hen, belastende Nebenwirkungen w\u00e4hrend oder nach der durchgemachten Standardtherapie zu vermindern, einer therapieinduzierten bzw. auch krankheitsassoziierten Immunsuppression entgegen zu wirken, und um Depressions- und Angstzust\u00e4nde abbauen zu k\u00f6nnen. Viele Krebspatienten f\u00fchlen sich auch alleingelassen und anonym in der industrialisierten Medizin unserer akademischen Krankenh\u00e4user, Polikliniken und Praxen, in denen \u00c4rzte und Pflegepersonal gehetzt durch Zeitvorgaben den erforderlichen pers\u00f6nlichen und notwendigerweise auch zeitraubenden Kontakt vermissen lassen. Die Patienten bevorzugen daher die h\u00e4ufig private Atmosph\u00e4re und pers\u00f6nliche Zuwendung, die sie in einer komplement\u00e4r-medizinischen Einrichtung erfahren \u2013 auch wenn dies zu einer zus\u00e4tzlichen finanziellen Belastung f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Bei dieser Suche, etwas Zus\u00e4tzliches zur Krankheitsbek\u00e4mpfung und zur Verbesserung der Lebensqualit\u00e4t zu finden, werden die Begriffe alternativ, komplement\u00e4r und auch integrativ oft austauschbar und undifferenziert im gleichen Kontext sowohl vom Patienten wie auch vom Therapeuten verwendet. Eine kurze Begriffsbestimmung sei deshalb hier angef\u00fchrt:<\/p>\n<ul>\n<li>Alternative Behandlungsma\u00dfnahmen oder Verfahren sind solche, die anstelle der schulmedizinischen Standards zur Anwendung kommen. Alternative Behandlungsmethoden sollten nur dann zur Anwendung kommen, wenn keine sinnvolle konventionelle Therapiema\u00dfnahme zur Verf\u00fcgung steht. Hier ist jedoch Vorsicht geboten, da es viele Beispiele gibt, wie durch alternative Behandlungen und den Verzicht auf Standardtherapie echte Heilungschancen verpasst werden.<\/li>\n<li>Komplement\u00e4re Therapien sind Behandlungsma\u00dfnahmen aus der Naturheilkunde, Immunologie, Molekularbiologie, Biochemie, Physik, und Psychologie, die erg\u00e4nzend zur konventionellen Therapie angewendet werden. Sie stehen jenseits der etablierten, schulmedizinischen Standards und haben nicht denselben Grad von klinischer Sicherung wie die Methoden der so genannten \u201eevidence based medicine\u201c. Sie weisen jedoch oft aufgrund von empirischen Beobachtungen und wissenschaftlichen Grundlagenuntersuchungen die Voraussetzungen f\u00fcr eine klinische Pr\u00fcfung auf.<\/li>\n<li>Integrative Behandlung ist die Anwendung von konventioneller Therapie im Verbund mit komplement\u00e4ren Behandlungsma\u00dfnahmen, wobei eine konzeptionelle Verbindung der genannten Heilans\u00e4tze im Interesse des Patienten angestrebt wird.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Onkologie hat sich in den letzten 25 Jahren zu einer ausgesprochen fach\u00fcbergreifenden medizinischen Disziplin entwickelt, deren Zukunft in ganz besonderem Ma\u00dfe von der Bereitschaft zum interdisziplin\u00e4ren und integrativen Handeln abh\u00e4ngig ist. Bislang galten komplement\u00e4r erweiterte Therapiekonzepte unter den konventionellen Onkologen als \u201eunbewiesen und unwirksam\u201c und wurden daher entweder strikt abgelehnt oder allenfalls geduldet. Nur sehr selten waren solche Onkologen bereit, komplement\u00e4re Behandlungsma\u00dfnahmen sachlich und unvoreingenommen zu \u00fcberpr\u00fcfen oder wenigstens gemeinsam mit den Hilfe suchenden Patienten zu tragen. Dadurch waren und sind weiterhin viele Patienten unn\u00f6tig einer Konfliktsituation ausgesetzt, welche oftmals mit Verschweigen komplement\u00e4rer Behandlungsma\u00dfnahmen gegen\u00fcber dem konventionellen Onkologen endet. Diese Situation erscheint paradox, da die so genannte wissenschaftlich begr\u00fcndete Schulmedizin in der palliativen Situation trotz einiger Erfolge letztendlich mit einer Tumor-zerst\u00f6renden Chemo- oder Strahlentherapie den schicksalhaften Verlauf der Krebskrankheit nicht ver\u00e4ndern kann. Die Nebenwirkungen dieser Therapiemethoden richten dabei oft mehr Schaden an, als sie nutzen. In einigen F\u00e4llen k\u00f6nnen sie sogar die Patienten-\u00dcberlebenszeit extrem verk\u00fcrzen, z.B. wenn es durch extreme Toxizit\u00e4t zum therapie-bedingten Todesfall kommt. Auf der anderen Seite sind die Vertreter der komplement\u00e4r-onkologischen Praxis oft voreingenommen und lehnen unkritisch gegen\u00fcber ihrer eigenen Methoden konventionelle Behandlungsma\u00dfnahmen kategorisch ab. Solche Einstellungen sind ebenso unberechtigt wie gef\u00e4hrlich und bed\u00fcrfen einer dringenden Korrektur.<\/p>\n<p>Onkologen und komplement\u00e4r-onkologisch t\u00e4tige \u00c4rzte m\u00fcssen aufwachen, ihr eigenes Handeln kritisch \u00fcberdenken und die Unbewiesenheit Tumor-zerst\u00f6render sowie komplement\u00e4r-medizinischer Behandlungsma\u00dfnahmen in Bezug auf Verl\u00e4ngerung der Patienten-\u00dcberlebenszeit in bestimmten Behandlungssituationen anerkennen und Konsequenzen daraus ziehen. Unsere Gesundheitspolitik, unsere Hochschulausbildung und auch unser \u00e4rztliches Handeln m\u00fcssen frei werden vom profit-orientierten Druck pers\u00f6nlicher oder auch industrieller Interessen. Nur so lassen sich unn\u00f6tige und kostspielige Chemotherapien, aber auch unbewiesene komplement\u00e4r-onkologische Ma\u00dfnahmen vermeiden. Unsere Therapiekonzepte m\u00fcssen der Kenntnis Rechnung tragen, dass die Tumorkrankheit in der \u00fcberwiegenden Zahl der F\u00e4lle als systemische Krankheit anzusehen ist und bei den meisten Patienten zu einem bestimmten Zeitpunkt w\u00e4hrend des Krankheitsverlaufs eine systemische Tumortherapie notwendig macht. Dabei ist die systemische Krebsbehandlung inzwischen \u00e4u\u00dferst kompliziert geworden, da immer mehr zytotoxische und auch selektiv wirkende zytostatische Substanzen, verschiedenste immuntherapeutische Ans\u00e4tze, Angiogenese \u2013 Hemmer, sowie auch eine Vielzahl komplement\u00e4rer und alternativer Behandlungswege zur Verf\u00fcgung stehen und auch dem enormen Kostenproblem in immer st\u00e4rkerem Ma\u00dfe Rechnung zu tragen ist. Krebs ist zudem eine Erkrankung, welche K\u00f6rper und Seele gleicherma\u00dfen ber\u00fchrt und zweifelsohne eine ganzheitliche Betreuung und integrative Behandlungsstrategie erfordert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Krebserkrankungen haben sich im letzten Jahrhundert zu einer Volkskrankheit entwickelt. Global betrachtet, steigen sowohl die Krebsh\u00e4ufigkeit wie auch \u2013 etwas geringer &#8211; die Sterberaten f\u00fcr die meisten Krebsarten. 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